Archiv der Kategorie: Wandern

Slowenien 2016

Wie jedes Jahr war es wieder eine gelungene Woche. Zwar waren anfangs alle skeptisch, ob das Wetter werden würde, wie der Wetterbericht versprochen hatte, doch glücklicherweise kam es weniger schlimm, als befürchtet. Die 85 Teilnehmer mussten zwar mit warmen Klamotten in die Woche starten und einen Tag Dauerregen überstehen, doch die restliche Woche war unterm Strich trocken und tagsüber auch warm genug, um allen Sportangeboten nachgehen zu können. Abends und besonders nachts sind die Temperaturen leider trotzdem dem Gefrierpunkt ziemlich nahe gekommen.

Um punkt halb ging es am Samstag Abend los mit dem ersten „Pow wow“, dem täglichen Abendkreis, in dem alles wichtige besprochen, erarbeitet und reflektiert wird.

Kajaksportler sind in dieser Woche jeden Falls wieder voll auf ihre Kosten gekommen. Durch den starken Regen zu Beginn hatten selbst die Übungsleiter einen tollen Ritt auf der Wocheiner Save und auch im Laufe der Woche immer geeignete Wasserstände. Selbst ein kleiner Bach, der sich eigentlich nur zum Canyoningen eignet, bot dieses Jahr mit genug Wasser für eine sensationelle spätnachmittags Vorstellung. Der Zehn Meter Wasserfall war zwar nur durch eine aufwändige Abseilaktion zu erreichen, doch im freien Fall waren diese Mühen schnell vergessen. „Jeder kann, keiner muss!!“, war auch dieses Jahr wieder das Motto für viele Neulinge. Doch wer mit dem Kajak eine Erstbefahrung auf einer der Saven wagen wollte, musste am Sonntag einen See Tag einlegen. Angefangen mit ersten Fahrtechniken und Grundpaddelschlägen erarbeiteten sich einige so viel Know-how im Boot, dass selbst eine Fahrt auf dem oberen, dem etwas schwierigeren Stück möglich war. Einige sind dafür das untere Stück mehrmals gefahren und meisterten das verrufene „S“ am Ende der Woche mit Bravur!

Das Angebot im Bereich Wassersport wurde dieses Jahr durch Stefan ausgebaut. Er war noch vor zwei Jahren selbst Teilnehmer bei unserer Freizeit und heute ist er schon ausgebildeter Übungsleiter im Bereich Canyoning. Auch ihn hat der starke Regen zu Beginn getroffen. Die Canyons waren voll und nur für erfahrene Leute begehbar. Doch auch dies änderte sich im Laufe der Woche. Der Canyon bei Jereka ist schnell zur Hausstrecke geworden und in der zweiten Hälfte der Woche nicht selten zwei Mal am Tag durch klettert worden.

Jakob, unser Übungsleiter im Bereich Mountainbiken hat diese Woche wieder einigen beigebracht, ohne Stützräder zu fahren. Große Sprünge in Punkte Fahrtechnik und Ausdauer standen auf der Agenda. Jeder, der zu Beginn meinte, seinen Drahtesel beherrschen zu können, wurde eines Besseren belehrt und konnte seine Fähigkeiten am Ende der Woche im Bikepark Kranjska Gora testen.

Wanderungen rauf und runter!! Über Hügel und Gipfel und durch Schluchten und Gräben.

Einen tollen Klettergarten direkt um die Ecke hat man selten allein. Doch dieser tolle Garten gehört fast immer uns. Von einer einfachen Route bis hin zur glatten Wand für unsere Sportler ist hier alles geboten!

Das Kulturangebot darf auf einer NaturFreunde Fahrt nicht fehlen. So haben wir wieder die Chance genutzt und Sasha um eine Tour zu den Partisanen Denkmälern gebeten. Der Campingplatz Betreiber spricht fließend Deutsch und berichtete wieder gern von Damals, den Freiheitskämpfern und den grausamen Geschichten, die seine Vorfahren durchmachen mussten.

Die letzten Zeilen sollen den Teamern und Übungsleitern gehören. Die Freizeit fand dieses Jahr zum 18ten Mal statt und wurde wieder von NaturFreunden organisiert, die den Wert dieser Woche teilweise von Klein auf miterleben durften. Nicht ohne Grund gibt es besessene Slowenien Junkies, die seit Beginn an dabei sind und ohne Unterbrechung am Ende jeder Woche auf das nächste Jahr hinfiebern. Besonders stolz macht es uns, wenn die Kinder der Kinder bald die Orga übernehmen und in allen Sportlichen Angeboten den Weg für die nächste Generation ebnen. Wir hoffen, dass diese Freizeit noch lange Früchte trägt und das viele Engagement von allen Übungsleitern und Organisatoren wert geschätzt und respektiert wird.

Berg frei und bis zum nächsten Mal!

Winterwanderung Hersbrucker Schweiz

Treffpunkt 10 Uhr am Nürnberger Hauptbahnhof. 5 Wanderlustige wollen dem tristen Wetter an diesem voraussichtlich verregneten Sonntag mutig trotzen. Der Zug fährt pünktlich los und hält 10:45 in Vorra an der Pegnitz. Erstmal gehen wir ein paar Meter an den Gleisen in die Gegenrichtung, einen dunklen, engen, feuchten Durchgang unter der Bahnlinie hindurch und hoch geht’s in den Wald. Wir gehen oberhalb der Bahnlinie einen Waldweg entlang, vorbei an moosbewachsenen verfallenen Mauerresten. Das leuchtende Grün des Mooses setzt wunderschöne Farbakzente in dem sonst doch eher tristen braunen Wald. Nach 20 Minuten erreichen wir den Ort Artelshofen. 1 mal rechts und 2 mal links und schon wieder aus dem Dorf hinaus hochwärts ins Engental. Linkerhand begleitet uns das Plätschern des kleinen Baches, welcher über Staustufen seinen Weg nach unten sucht. Petrus meint es, allen Wettervorhersagen zum Trotze, gut mit uns. Kein Regen und es ist zumindest gefühlt fast warm. Dank dem Vogelgezwitscher liegt sogar ein bisschen Frühling in der Luft. Ein Feuersalamander kreuzt unseren Weg. Für ihn ist das feuchte Millieu in diesem Tal wahrscheinlich so etwas wie das Paradies. Dieser attraktive Schwanzlurch bevorzugt von Bächen durchzogene Laubwälder. Hier ist Alles vorhanden was er braucht. Bestimmt 10 Minuten verweilen wir bei ihm und es werden einige Fotos geschossen. Ein wunderschönes Tier, welches uns durch seine Anmut eine gewisse Erfurcht abverlangt. Weiter geht’s, aus dem Wald hinaus, an Waldrändern und feuchten Wiesen vorbei, manchmal mehr Matsch als Weg. Zum Glück habe ich als Einziger meine Schuhe vorher nicht geputzt ;-). Nach ca einem Drittel unserer Wegstrecke erreichen wir die Felsengruppe „Langenstein“. Ein beliebter Kletterfelsen im Privatbesitz der Interessengemeinschaft IG Klettern. Zeit für eine kleine Teepause. Lange Zeit ist nicht zum Rasten, denn 12 Uhr mittags ist vorbei und die Ersten ziehts schon zum Einkehrschwung. Mit leichter Verspätung und knurrenden Mägen geht’s hinab in den kleinen idyllischen Ort Kleedorf direkt in das Gasthaus Zm Alten Schloss hinein. Kaum sitzen wir an unserem Tisch beginnt aussen der Nieselregen. Das opulente Mal entschädigt für jeden gegangenen Meter. Feinstes Schäuferla (offizieller Schäuferla-Tester Mick aus Fädd war sehr zufrieden), knusprig gebackener Karpfen, Schweizer Wurstsalat und lecker Torte geben wieder Energie für die letzten Kilometer. Auf der Straße vor dem Gasthaus fällt sofort positiv auf, das der Regen wieder vorbei ist. Auf geht’s, noch eine Stunde bis Hersbruck, die dann fast etwas zu kurz erscheint, da wir gerade eingegroovt sind. Für Dieter hat sich das letzte Stück auf jeden Fall gelohnt. Der Glückspilz findet 10 Euro im Wald. Um 16:30 erreichen wir den Bahnhof und sind um 17 Uhr wohlbehalten in Nürnberg.

Bis zum nächsten Mal.

Berg frei

Dirk