Archiv der Kategorie: Berichte

Gletscher- und Eiskurs Stubaital

Letztes Wochenende brachen 15 Berg- und Naturfreunde auf, um die höchsten Gipfel der Stubaier Alpen zu besteigen. Am Freitag stand die Anreise und der Aufstieg zur Nürnberger Hütte an. Diese erste Hürde (Ferienbeginn in mehreren Bundesländern/Arbeit/etc.) bewerkstelligten alle Teilnehmer erfolgreich, so dass kurz nach Mitternacht die Truppe vollständig war. So konnten wir Samstagfrüh – mehr oder weniger erholt – unsere Tour starten. Von der Nürnberger Hütte stiegen wir bei schönstem Wetter auf zum Wilden Freiger, 3418 m ü. A. Nach einer kleinen Rast bei bester Sicht am Gipfel, machten wir uns auf zum Abstieg zur Müllerhütte. Nach ein wenig Kraxelei am Grat, erreichten wir den Übeltalferner, welcher der größte Gletscher der Stubaier Alpen ist und seilten uns das erste Mal an. Da wir super in der Zeit lagen, wurde noch die Spaltenbergung mittels Mannschaftszug in der 5er-Seilschaft und in der 3er-Seilschaft gezeigt und erklärt. Anschließend stiegen wir die letzten Meter zur wunderschön gelegenen Müllerhütte erst ab und am Ende noch auf und erreichten diese bereits am frühen Nachmittag. Nach einem kleinen Begrüßungsschnaps, welcher uns vom Wirt pesönlich serviert wurde, wurden die Reserven mit leckerem Kaiserschmarrn, Kaffee und heißer Schoki wieder aufgefüllt. Die ungewöhnlich lange Zeit auf der Hütte wurde anschließend von einigen für einen kleinen Mittagsschlaf genutzt, während der Rest die Spielesammlung plünderte. Nach dem leckeren Abendessen wurde die Tour für den nächsten Tag besprochen und die Rucksäcke fertig gepackt. Da am Sonntag ab Mittag Regen gemeldet war, wollten wir möglichst früh aufbrechen. Von dieser Idee war der Hüttenwirt nur leider schwer zu begeistern. Letztendlich konnten wir ihn jedoch dazu überreden für uns um 5:00 Uhr Thermofrühstück zu machen. Wie sich am nächsten Tag zeigte, zahlte sich die „Early-Bird-Taktik“ wieder einmal aus..

Am Sonntag um 5:30 Uhr brachen wir somit im dichten Nebel auf zum Wilden Pfaff, 3456 m ü. A. und zum Zuckerhütl, 3507 m ü. A. Der Nebel verlieh der schönen Kletterei über den Ostgrat eine gar magische Stimmung und machte die Tour zu einem Abenteuer, so dass man den fehlenden Ausblick verschmerzen konnte und der ein oder die andere wahrscheinlich froh war nicht in die Tiefe blicken zu müssen. Bereits um kurz nach 7:00 Uhr standen wir dann auf dem ersten Gipfel. Nach einer kurzen Pause ging es auch direkt weiter zu Gipfel Nr. 2, den wir noch vor 9:00 Uhr erreichten. Als wir die letzten Höhenmeter zum Zuckerhütl erkletterten, riss das Nebelmeer plötzlich auf, so dass wir bei unserer Rast am Gipfel das wunderbare Bergpanorama genießen konnten. Als wir uns dann an den Abstieg machten, zog der Nebel wieder auf und hüllte uns in gespenstisches Weiß. Hier zeigte sich folglich zum ersten Mal, dass unser Zeitmanagement „on point“ war. Wir meisterten noch den langen Abstieg über Schneefelder, Gletscher und Geröll zur Dresdner Hütte. Hier teilten wir uns in eine gemütliche Gruppe und in eine schnellere Gruppe, welche bereits die Autos holte, auf. Beide Gruppen schafften es noch trockenen Fußes die letzten Höhenmeter bis zur Talbahnstation der Eisgratbahn abzusteigen. Kurz nachdem wir den Parkplatz erreichten, begann es wie aus Eimern zu schütten. Dies war das zweite Mal, dass wir merkten, dass unser Zeitmanagement an diesem Tag optimal war.

Nachdem wir die Ausrüstung in den Autos verstaut hatte, machten wir uns auf einen Gasthof zu suchen, um uns vor der Heimfahrt nochmal zu stärken. Wie sich zeigte, war dies die schwierigste Herausforderung des Wochenendes. Nach einigen Missverständnissen schafften wir es trotzdem noch den Kurs bei einem leckerem Essen abzuschließen.

Vielen Dank an die Trainer Anke und Franz für die Tourenplanung und dieses wunderschöne Wochenende!

Berg frei!

Caro

Alpinkletterkurs bei Innsbruck

Am Wochenende vom 17. – 19.05.2019 war es wieder soweit, der jährliche Alpinkletterkurs des Fachbereichs Bergsport der Naturfreunde Nürnberg-Mitte stand an. Leider hat uns das Wetter ein bisschen im Stich gelassen, so dass es zunächst so aussah als würde der Kurs aufgrund der massiven Alt- und auch Neuschneemengen und der schlecht gemeldeten Wetterlage ins Wasser fallen müssen. Die Kursleiter Franz und Anke setzen jedoch alle Hebel in Bewegung und fanden mit der Martinswand bei Innsbruck eine tolle Alternative, so dass – zu unser aller Freude – der Kurs doch noch stattfinden konnte. Am Ende war es dann zwar eher ein Plaisirkletter- als ein Alpinkletterkurs, aber das tat dem Tatendrang und der Lernbereitschaft der Mehrseillängenaspiranten keinerlei Abbruch.

Wir trafen uns Freitagabend in einer schnuckeligen Pension in Leutasch. Nachdem wir uns beim örtlichen Italiener gestärkt hatten, wurden bis spät abends die Routen für den kommenden Tag ausgesucht, die Seilschaften festgelegt, Standplatzbau und Sicherungstechnik nochmals in Theorie besprochen und die Rucksäcke gepackt. Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück, ging es dann endlich an die Wand. Wunderschönes Plaisirklettern! Nach einer kurzen Mittagspause bei Sonnenschein und bester Aussicht, stiegen einige von uns, die nicht genug bekommen konnten, nochmals in die Wand ein. Anschließend statteten einige dem örtlichen Schwimmband noch einen Besuch ab, während die anderen die letzten Sonnenstrahlen bei einem Radler genossen. Danach wurde sich wieder mit Pasta und Pizza gestärkt und mit einem Schnaps aufs Haus klang der Abend aus. Am Sonntagmorgen startete der Tag für zwei Verrückte um 5:30 Uhr mit einem 10 km Lauf, für uns anderen Langschläfer um 7 Uhr mit einem leckeren Frühstück. Danach ging es wieder an die Martinswand und alle Teilnehmer, die sich psychisch und physisch fit genug fühlten, konnten ihre ersten Seillängen vorsteigen: #frauenundmännerindenvorstieg. Wie der Wetterexperte Franz prophezeite hielt das Wetter und wir konnten auch am Nachmittag noch einige Seillängen klettern.

Zusammenfassend ist zu sagen, es war ein „Wochenende wie ein Urlaub“. Wir haben alle viel gelernt, und zwar nicht nur hinsichtlich Standplatzbau, alpiner Sicherungstechnik und Klettertechnik, sondern auch, dass man um 21 Uhr noch keinen „Schnitt“ bestellen darf und dass Muschelsaison in allen Monaten, die mit dem Buchstaben „R“ enden, ist.

Vielen Dank an die Trainer Anke und Franz für dieses lehrreiche, lustige und wunderschöne Wochenende. Wir freuen uns alle schon auf nächstes Jahr!

Berg frei!

Skitourentage Bregenzer Wald

Aktuell ist es zwar bereits etwas spät zum Skitourengehen, zumindest in unseren Breitengraden, aber vielleicht ist dem ein oder anderen ja sowieso etwas zu warm und man hat Lust auf eine Abkühlung. Zumindest beim Schmökern kann man sich ja gedanklich etwas abkühlen. Für alle die Lust auf eine Erfrischung haben, gibt es hier noch eine kurze Zusammenfassung über unsere Skitourentage im Januar.


Wir verbrachten wir zum zweiten Mal ein verlängertes Wochenende im Bregenzer Wald. In diesem etwas versteckt gelegenen Teil Österreichs geht es noch etwas ruhiger zu, gleichwohl bietet die Gegend oft legendäre Schneemengen und landschaftlich abwechslungsreiche Höhepunkte.

Am Anfahrtstag machten wir bei schlechtem Wetter noch eine Tour auf die im nördlichen Teil gelegene Winterstaude.

Nach Ende des Schneefalls am nächsten Morgen konnten wir bei strahlendem Sonnenschein eine tolle Tour über das Häfnerjoch auf die Güntlespitze und traumhafter Abfahrt im Pulverschnee zurück nach Schoppernau unternehmen.

Leider wurde es zunehmend warm und die Gefahr unberechenbarer Gleitschneelawinen nahm noch mehr zu. Deshalb war am nächsten Tourentag eine defensive Routenwahl angesagt und der Hirschberg, ein Gipfel im aufgelassenen Skigebiet, das Tourenziel war. Die nasse Schneedecke erschwerte den Aufstieg sehr und nach eingeschränktem Abfahrtsgenuss freuten wir uns alle auf den Einkehrschwung und den anschließenden Saunabesuch.

Auch am letzten Tourentag war es weiterhin recht mild und wir wählten mit Damüls einen hoch gelegenen Ausgangsort. Den steilen Gipfel des Glatthorns erreichten wir bei den großen Neuschneemengen nicht, aber wider Erwarten fanden wir nordseitig schönen Pulverschnee in unverspurtem Gelände und stiegen, weil es so schön war, gleich nochmal auf, um die Abfahrt zu wiederholen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es einige abwechslungsreiche Tourentage waren, die Lust auf den nächsten Besuch diesen reizvollen Teil Vorarlbergs machten.

Pottenstein: Tourismus und Zwangsarbeit

Am Samstag, den 2. März trafen sich 28 NaturfreundInnen in Pottenstein mit dem Buchautor Peter Engelbrecht zu der Veranstaltung „Tourismus und Zwangsarbeit“. In Pottenstein waren während der NS-Zeit um die 700 KZ-Insassen an verschiedenen Bauprojekten eingesetzt worden. Bis heute ist im Stadtbild Pottensteins kaum ein sichtbares Zeichen zu diesem prägenden Abschnitt in der Geschichte des Ortes zu sehen.
Von bizarren Felsformationen umgeben ist die pittoreske Ortschaft Pottenstein eines der touristischen Zentren der Fränkischen Schweiz. Mit der Teufelshöhle, dem Schöngrundsee, einer Sommerrodelbahn, dem Felsenbad und Klettergärten wird den dreihunderttausend Gästen im Jahr einiges geboten.
Von Oktober 1942 bis Kriegsende existierte mitten im Ortskern ein Konzentrationslager. Die Häftlinge waren bei der Gestaltung einiger Tourismusattraktionen direkt beteiligt. Vor der sogenannten Magerscheune startet die Führung zum Thema „Tourismus und Zwangsarbeit“. Direkt an der Püttlach gelegen wirkt das Fachwerkhaus höchstens durch seinen unpassenden Anbau einer Fabrikhalle mit Flachdach etwas ungewöhnlich. Ansonsten schmiegt sich das Gebäude unauffällig in das alte Ortsbild. Peter Engelbrecht, Autor des Buches „Touristenidylle und KZ-Grauen, Vergangenheitsbewältigung in Pottenstein“ beginnt die Führung mit einem kurzen Input über die Verhältnisse im Lager und auf den Baustellen. Danach hält die Gruppe bei einer Schweigeminute inne. Vor der Scheune legt die Gruppe eine Gesteckt mit der Aufschrift „Zur Erinnerung an die Opfer von Faschismus und Zwangsarbeit“ nieder. „Von hier aus liefen die Häftlinge jeden Tag über die Hauptstraße zu ihrer Arbeit“, sagt Engelbrecht. Die Gruppe geht den selben Weg zu dem von den Häftlingen geschaffenen Schöngrundsee, heute eine der touristischen Attraktionen Pottensteins. Der See wird von der Gemeinde verpachtet und mit Tretbooten
befahren. Die Häftlinge aus dem KZ-Floßenbürg wurden nach Pottenstein gebracht, um dort verschiedene Bauprojekte, vor allem für die SS-Einheit Karstwehr, zu verwirklichen. Das Karstwehrbattalion war eine Spezialeinheit zur Partisanenbekämpfung. Sie wurde in Italien und Slowenien eingesetzt, also in Ländern mit einer ähnlichen Topographie wie in der Fränkischen Schweiz. Deswegen bot sich Pottenstein mit seinen vielen Felsen und Höhlen als Trainingslager und Stützpunkt der Terrortruppe an. Der Erschließer der Teufelshöhle, SS-Standartenführer Dr. Brand brachte seine SS-Einheit und die KZ-Insassen nach Pottenstein. Der Schöngrundsee wurde als Trainingsgelände für die SS-Männer geplant und aufgestaut. Heute spiegelt er im Talgrund den Hang des Bernitz, auf dem sich das Barackenlager der Karstwehr befand und wirkt wie die meisten Seen: schön, nass und unschuldig. Die Straße entlang des Sees, eine Straße auf das Hochplateau des Bernitz und oben dann das Barackenlager wurden unter unmenschlichen Bedingungen von den KZ-Insassen geschaffen. Die Zwangsarbeiter wurden von der SS an Firmen vermietet. Zwischen drei und sechs Reichsmark kostete ein Tag Arbeitskraft. Der Konflikt zwischen Reichssicherheitshauptamt, das die Vernichtung der KZ- Insassen vorantreiben wollte, und dem Rüstungsministerium, das aus den Menschen möglichst viel an Arbeit heraus pressen wollte mündete in dem zynischen Kompromiss „Vernichtung durch Arbeit“. So starben in dem KZ Hersbruck fast die Hälfte der zur Arbeit gezwungenen Menschen (ca. 4.000). In
Pottenstein selbst kamen neun Menschen ums Leben, nach Rücktransporten nach Flossenbürg zwischen ein-und zweihundert.
Auch der Parkplatz vor der Teufelshöhle wurde von Häftlingen aufgeschüttet und planiert. Dort hing bis Anfang der neunziger Jahre eine Tafel zur Erinnerung an Standartenführer Dr. Brand. Der Vertraute von Himmler wurde mit den Worten: „Dem Erforscher und Erschließer der Teufelshöhle und unermüdlichen Förderers des Fremdenverkehrs der Fränkischen Schweiz in Verehrung und Dankbarkeit – Die Stadt Pottenstein“ gewürdigt, bis die Tafel von engagierten Unbekannten entfernt wurde. „Es ist kaum zu glauben, dass nirgends auch nur ein Hinweis auf die Häftlinge und das KZ zu sehen ist. Aber irgendwie auch typisch für die Aufarbeitung deutscher Geschichte.“, sagt eine Teilnehmerin. Am Friedhof gibt es eine Tafel zur Erinnerung an die KZ-Insassen und zu Ehren der Menschlichkeit der Pottensteiner Bevölkerung. Dort hängt auf Grund von gesetzlichen Richtlinien auch eine Ehrentafel für
Ehrenbürger Hans Dippold, Bürgermeister für die NSDAP. Dippold wurde nach der NS-Zeit mehrere Male wiedergewählt. 2020 soll in der Magerscheune eine Erinnerungs- und Informationsstätte über das Konzentrationslager errichtet werden. „Über die Mechanismen von Entmenschlichung und Ausbeutung aufzuklären ist für die Naturfreunde eine Grundvoraussetzung, um ähnliches in Zukunft und Gegenwart zu verhindern.“, sagt einer der Veranstalter zum Abschluss.

Rollentraining 2018

„Naturfreunde bewegen“ ist das derzeitige Motto des Verbandes und wie es in der Realität zum Tragen kommt, hat sich in der Vorgeschichte des diesjährigen Rollentrainings gezeigt. Über den Klettersport konnten wir Kontakt zum Post SV Hallenbad knüpfen, in dem das erste Rollentraining der Naturfreunde Nürnberg Mitte stattfinden konnte. Wir sind sehr glücklich über diese Möglichkeit und bedanken uns auf diesem Weg sehr herzlich.

Wie groß das Interesse in der Ortsgruppe war, zeigt die enorme Teilnehmerzahl.  Mit 8 Booten und 16 Naturfreunden war das Becken voll.

Die Erfolge werden nächstes Jahr zum Saisonstart auf dem Fluss gefeiert!!

Bis bald

Euer Philipp


MTB-Trail-Camp – Nürnberger Land

Highlights:

Auf Waldwegen hinab von der Houbirg, trailig über Felsenpfade vom Kreuzberg oder auf flowigen Trails durch die Landschaft bei Lichtenegg – an 2 Tagen hatten die 15 Naturfreund*inne beim Trail Camp schönstes Mountainbike-Vergnügen. Gemeinsam ging es dabei in die Oberpfalz bei Lichtenegg, um den Happurger Stausee und hinauf auf den Arzberg. Dabei brachten die felsigen und waldigen Trails ein unverrückbares Dauergrinsen ins Gesicht der Teilnehmer*innen und natürlich gab es wunderbares Spätsommerwetter, leckere Kuchen-Stopps und ein loderndes Lagerfeuer am Abend. Insgesamt also ein tolles Trail Camp mit vielen gemeinsamen Naturerlebnissen.

Wo waren wir:

Das Naturfreundehaus Pommelsbrunn liegt wunderbar in der “Wied” unterhalb der Burgruine Lichtenfels und war unser Basecamp. Gemeinsam haben wir in der Selbstversorgerküche gekocht und leckere regionale Forellen und Würstchen gegrillt.
Auch für andere Aktivitäten ist das Haus ideal: Klettern, Klettersteiggehen, zur Entdeckung der Natur oder zum Wandern, ihr könnt direkt am Haus starten. Dazu bringt euch die S-Bahn direkt dorthin.

Ausblick:

Im nächsten Jahr wird es wieder ein Trail Camp in Pommelsbrunn geben. Das Haus ist bereits reserviert 🙂

Berg frei! Uli

Kajakkurs auf der Tiroler Ache am 15./16. September

Seit Jahren haben wir die Tiroler Ache in unserem naturfreundeeigenen Kursprogramm X-perience-paddling, einem Konzept, das die bayerischen Naturfreundeortsgruppen anbieten. Von Kurs zu Kurs kann der Teilnehmer sein Können systematisch steigern, von „Level 1“ bis „Level 7“, vom Anfänger zum Wildwasserkajaker  in aufeinander aufbauenden  Lerninhalten. An diesem Wochenende war der „Level 4“ angesagt: Erlernen von Seilfähre, Kehrwassertechnik, Ziehschläge und Schwimmen und Retten im Wildwasser.

So der Plan, aber es gestaltete sich nicht so einfach: Bei unser Ankunft am Freitagnachmittag auf dem Campingplatz Zellersee bei Schleching wurden wir mit einer Katastrophenmeldung konfrontiert: Die bekannten Einstiegsstellen auf der österreichischen Seite sind alle ab 15. September ausnahmslos gesperrt, da sie sich in Laichzonen der Fische befinden (bisher geduldet, wenn der 15.09. auf ein Wochenende fiel). Auch der Besitzer des Campingplatzes war erst am Tag vorher von dieser Entscheidung informiert worden. Angeblich steckt hinter dieser Entscheidung ein einflussreicher Geschäftsmann, der auch gleich einen Anwalt zur Durchsetzung engagiert haben soll. Die Polizei sei informiert und zur Kontrolle verpflichtet!

Ganz schöne Scheiße! Was tun, schließlich waren 14 Teilnehmer 300 km mit entsprechenden Erwartungen angereist. Also suchten wir eine Möglichkeit, eine  alternative Einstiegsstelle zu finden, die eventuell doch nicht kontrolliert wird oder vielleicht doch geduldet wird. Die meinten wir dann auch gefunden zu haben. Bei Zeiten starteten wir dann Samstag früh und beeilten uns, schnell in die Boote zu kommen – und es gelang, ohne dass wir behindert wurden.

Zwar ließ sich die Sonne nur selten sehen, aber sonst hatten wir einen wunderbaren Tag, ließen kaum ein Kehrwasser zum Üben aus, auch wenn man mal eine Kenterung in Kauf nehmen musste.  Wer am Ausstieg nicht platt war, hatte zu wenig geübt.

Am Abend wurden aber alle im Gasthaus „Zellerwand“ wieder mit Krustenbraten oder  vegetarisch r aufgebaut.

Wir waren jetzt natürlich guter Hoffnung, dass dieses Spiel am kommenden Tag genauso klappt, aber denkste! Kaum hatten wir an der gleichen Stelle wie am Vortag die Boote abgeladen, war auch schon die Polizei da! Wir diskutierten mit den Uniformierten hin und her, mussten dann aber doch den Rückzug antreten um keine Anzeige zu provozieren und griffen zu Plan B: Aufladen und ab zur Saalach ach Unken im Berchtesgadener Land, ca. 35 km entfernt. Gesagt, getan! Wir stiegen in Unken dort ein, wo die Kracks der dort stattfindenden Protestveranstaltung gegen die geplante Verbauung der Saalach ausstiegen. Erlebten aber trotzdem eine spritzige Fahrt, die alles andere als langweilig war, sogar die Kenterung eines Schlauchkanadiers an der Schlüsselstelle dieses Flussabschnittes war geboten. Trotz des Umdisponierens und der Anfahrt stiegen wir bei vollem Sonnenschein bereits um 15.45 völlig zufrieden mit diesem Tag aus dem Bach, setzten uns noch zum Abschluss im Gasthaus Schneizlreuth gemütlich zusammen, bevor wir uns in den Heimreisestau einfädelten.

Die Hoffnung bleibt, dass für die Tiroler Ache nächstes Jahr eine Regelung gefunden wird, die auch den Wassersportlern entgegen kommt. nicht nur den Fischen und einem finanzstarken „Oligarchen“!

Berg frei!

Manfred

Paddeln für die freie Saalach!!

Das vergangene Wochenende stand ganz unter dem „Saalach-Stern“. Wer die Saalach nicht kennt, sollte unbedingt mal vor Ort gewesen sein und sich diesen tollen Bach aus der Nähe ansehen. Es gibt einen, mir leider noch unbekannten, aus Erzählungen, überragendenden, landschaftlich herrausstechenden kurzen Teil oberhalb von Lofer. Dann natürlich die Slalomstrecke, die schließlich in die berüchtigte Teufelschlucht mündet. Nach einer Etappe WW IV-V fließt die Saalach bis Unken auch für Genießer dahin und lockt mit WW II+.

Das alles soll schon bald zuende sein?? Zumindest der letzte Abschnitt soll durch ein Kraftwerk mehr oder weniger trocken gelegt werden. Das versuchten wir am Sonntag mit Hämmern und Trompeten zu verhindern!! Alles zur aktuellen Situation, hier.

Wir nutzen dieses Wochenene auch, um am Lofer Rodeo teilzunehmen! Ein Event von Paddlern für Paddler!! Auftakt der Veranstaltung war die mit bunten Lichtern beleuchtete Slalomstrecke. In der Nacht konnte man trainieren und am Samstag schließlich am Rennen teilnehmen!! Danke Jungs für diese mega tolle Organisation!!

 

Kajak Wochenende auf der Isar

Das lang nach hinten verschobene Wochenende auf der Isar, konnte am 11. und 12. August endlich statt finden. Die große Nachfrage spiegelte sich in der Teilnehmerzahl wieder! 23 Bootfahrer machten am Samstag die Isar vom Sylvensteinspeicher bis nach Lenggries runter, unsicher.

Als Teil einer nicht endenden Schlange aus bunten Booten genossen wir die Landschaft so gut es ging. Ein wenig waren wir schon erschlagen, von der Masse an Bootfahren, die heute an einem sonnigen Samstag auf der Isar tourt,.. doch wir ließen uns dadurch nicht das Wasser unterm Boot nehmen…

Auf dem kleinen Plätzchen am Campingplatz mussten wir ein wenig zusammenrücken. Wir fanden sogar noch einen Platz für eine gemeinsame Tafel und zwei Grill.

Am Sonntag wichen wir auf Grund von Wassermangel auf den Rissbach aus. Ein gewagter Schritt, da einige Kanuten das erste mal im Wildwasser unterwegs waren. Doch nach einer Saison mit regelmäßigem Kajak Training war dieser Bach genau die Herausforderung, nach der wir gesucht hatten.

Unterm Strich ein mehr als gelungenes Wochenende mit vielen tollen Eindrücken!!

Mit dabei war euer

Philipp

Auf dem Berliner Höhenweg im Zillertal vom 08.08. bis 12.08.2018

Die Naturfreunde haben den Begriff des „sozialen Wanderns“ geprägt und diese Merkmale fanden sich bei dieser Tour gut umgesetzt wieder. Gemeinsame Planung und Vorbereitung  durch ein Team, Fahrgemeinschaften,  ein Erfahrener läuft vorne, einer hinten – keiner überholt, keiner bleibt zurück und trotzdem die Möglichkeit sich in kleineren Gruppen je nach individueller Laufgeschwindigkeit aufzuteilen. Raum für Gespräche, auch mal kontrovers und manchmal ein Lied aus der Arbeiterbewegung auf den Lippen war genauso  an der Tagesordnung. Wenn es gar nicht mehr ging, fand sich auch ein „Sherpa“, der auf die letzten Höhenmeter den Rucksack abholte!

Am Mittwoch um 7 Uhr trafen wir uns am Naturfreundehaus Fuchsloch zur Bildung von Fahrgemeinschaften und zum Aufteilen des Gepäcks auf die Autos. Wir, das waren 22 Bergbegeisterte , die meisten in den Zwanzigern und 2 unübersehbare Ausnahmen mit 70 und 76 Jahren auf den Buckel, Naturfreunde oder DAV-Mitglieder, bekannte und unbekannte Gesichter in spannender Erwartung der nächsten Tage.

Nach unserer Ankunft am Schlegeispeichers  stiegen wir in ca. 3 Stunden zum Friesenberghaus (2498m) auf. Am nächsten Tag ging es in gut 2 Stunden weiter zur Olbererhütte (2389m) und nach kurzer Pause in weiteren vier Stunden weiter zum Furtschaglhaus. Wir bekamen für unsere Gruppe einen eigenen Aufenthaltsraum und konnten und mit einem Quiz amüsieren, zu dem sich am Vortag bereits jeder eine Frage ausgedacht hatte, z. B.: wann wurden die Naturfreunde gegründet?

Sehr bemerkenswert in unserem Aufenthaltsraum waren allerdings an der Wand hängende Dokumente  der DAV-Sektion zur Auseinandersetzung innerhalb des DAV in den 20er Jahren um den sogenannten Arierparagraphen:

„Doch in der Sektion Berlin begannen nun die Auseinandersetzungen um den sogenannten Arierparagraphen, den die Berliner Schwestersektion Mark Brandenburg, wie einige andere auch, für ihre Mitglieder eingeführt hatte. Für die Ablehnung jeder Art von Antisemitismus sprach sich der Vorsitzende der Sektion Berlin, Rudolf Hauptner auf den Jahresversammlung 1923 aus und wiederholte dies noch einmal auf vehemente Weise in seinem Jahresbericht 1924. Hintergrund war der eskalierende Streit um die Sektion Donauland, die aus dem DOeAV ausgeschlossen werden sollte und wogegen die Sektion Berlin in der Hauptversammlung mit einigen anderen Sektionen stimmte.[16] Doch gegen den zunehmenden Antisemitismus im Alpenverein konnten die Berliner auf Dauer nichts ausrichten, die Sektion musste sich mit ihm arrangieren. Was 1925/26 zu einer Austrittswelle von über 900 Mitgliedern führte. Vielen war die vereinspolitische Ausrichtung des Vorstandes nicht konsequent tolerant genug, und gründeten daher einen eigenen Verein, den Deutschen Alpenverein Berlin der nicht zum DOeAV gehörte und solidarisch mit der ehemaligen Sektion Donauland in Wien kooperierte, die nun nach ihrem Ausschluss auch nicht mehr zum Dachverein gehörte…. „

Sowas gab es im DAV also auch, wobei die meisten Sektionen des DAV aber bereits vor 1933 in vorauseilendem Gehorsam den Arierparagraphen anwandten und ihre jüdischen Mitglieder rauswarfen!

Soweit dazu!

Nach einem weiteren Tag auf dem Furtschaglhaus ging es am vierten Tag über das drahtversicherte Schönbichler Horn in gut sechs Stunden weiter zur Berliner Hütte, von der wir am nächsten Tag wieder zum Schlegeispeicher abstiegen und die Heimfahrt antraten.

Es waren tolle Tage, die sich nächstes Jahr hoffentlich in ähnlicher Weise wiederholen!

 

Berg frei!

Manfred