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Pressemitteilung der NaturFreunde Deutschlands

NaturFreunde verurteilen den Überfall der russischen Regierung auf die Ukraine

Berlin, 24. Februar 2022 – Zum russischen Angriff auf die Ukraine erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands:

„Die NaturFreunde Deutschlands verurteilen den Überfall der russischen Regierung auf die Ukraine in aller Härte. Wir wissen, dass es einen langen Vorlauf gibt, bei dem es verheerende Fehler auf beiden Seiten gegeben hat. Dies rechtfertigt aber keinesfalls einen militärischen Einmarsch in die Ukraine. Wladimir Putin hat sich als größenwahnsinnig erwiesen.

Die Welt hat in den letzten Jahrzehnten nicht das Konzept der Gemeinsamen Sicherheit verfolgt, welches in einer Zeit, in der Krieg das Ende aller Dinge sein kann, unabdingbar ist. In einer Zeit, in der wir vor großen sozialen und ökologischen Herausforderungen stehen, müssen die Menschen miteinander sprechen, zusammenarbeiten, gemeinsame Lösungen suchen und abrüsten. Die russischen Truppen müssen sich zurückziehen und die Waffen müssen schweigen.“

Backcountry-Tour durch das Fichtelgebirge

Panorama übers Fichtelgebirge

Auf geht’s zur „Backcountry-Tour“ ins Fichtelgebirge! Super Schneebedinungen, grandioser Wetterbericht und mit wenig Gepäck auf dem Rücken ging es in drei Tagen von Kirchenlamnitz bis nach Bischofsgrün am Fuße des Ochsenkopfes. Dazwischen machten wir 2 Nächte Stopp im schönen Naturfreundehaus Zigeunermühle. Kurz gesagt, ein schönes Micro Adventure direkt vor der Haustür mit Öffie- An- und Abreise, bei dem Eva, Johanna, Franz, Uli und Boro (Hund) auf Tour gegangen sind.

Was hatten wir vor?

Drei schöne Outdoortage im Fichtelgebirge mit selber Kochen, klimafreundlich an- und abreisen und solidarischem Preismodell. Da der Wetterbericht und die Schneebedinungen gut waren, entschieden wir uns für Langlaufski.

Highlights

Die Kombination aus Abendteuer, tolle Loipen, ein richtig schönes Naturfreundehaus und das gemeinsame Micro-Adventure, das war es auch schon, was das Wochenende ausmachte. Im Naturfreundehaus erwartete uns dabei bei der Ankunft ein warmer Kachelofen, das Risotto am Samstag war vorzüglich und Boro sorgte für reichlich Hundespaß. Dazu die entspannte An- und Abfahrt mit den Öffies sorgten für einen Urlaub vom HBF Nürnberg an.

Die Tour – wo gings lang und wie war es?

Von Kirchenlamnitz ging es von der Haltestelle „Buchberg“ über den langen Bergrücken des „Großen Waldstein (877m)“ zur Torfmoorhölle weiter über die „Hohe Heide (847)“ nach Bischofsgrün. Dabei ging es über super gespurte Loipen und durch ungespurtes Gelände. Langlauf Flow kam auf den Loipen auf, im Gelänge ging es mal spaßig, mal sehr holperig zu. Letztendlich sind wir doch alle angekommen und hatten Spaß :-).

An- und Abreise mit den Öffies

Entspannt, nachhaltig und Urlaub ab dem Bahnsteig, das sind die Gründe für die Fahrt mit dem ÖPNV. Dazu können wir so eine Streckentour machen. Wir haben dabei fast alle möglichen Verkehrsmittel benutzt: Regional-Express nach Marktredwitz, Regionalbahn nach Kirchenlamnitz-Ost, Linienbus zum Loipenstart und Anrufsammeltaxi (AST) ab Bischofsgrün.
Die Fahrzeiten lagen bei rund 2 : nach Bayreuth.

  • Wie kamen wir an die Infos?
    Für die Hinfahrt nutzten wir die Auskunft vom Bahnland Bayern, dort ist die hinterlegte Karte super und die Auskunft ist Übersichtlich. Ab Bischofsgrün nutzten wir die VGN-App, die schlank und schnell daher kommt.
  • Wie teuer waren die Fahrten?
    Hin kamen wir mit dem Bayer-Ticket (58€ für 4 Erwachsene plus 1 Hund), zurück mit dem jeweiligen VGN-Ticket (TagesTicket Plus, 21,50€ für 2 Erw./ Abo).

Und nun….

Solidarisch, mit Öffies und gemeinsam eine super Zeit haben, das funktioniert gut und ist dazu noch Klimafreundlich. Dazu ein wunderbares Naturfreundehaus, tolle Loipen und schöner Schnee – was möchten wir da noch mehr? Aus diesem Grunde wird es diese Tour auch 2022 im Programm der Naturfreunde Nürnberg Mitte geben.

Berg frei!

Uli

Outdoor-Wochenende Pommelsbrunn

MTB-, Kletter- und Wanderwochenende in Pommelsbrunn

Eigentlich war alles wie jedes Jahr. Denn Ende Oktober geht’s auf zum NaturFreundehaus nach Pommelsbrunn und wir gehen biken! Doch halt, in diesem Jahr kam richtig viel Neues dazu! Klettern, Wandern, sogar einige Familien mit Kids waren mit dabei und so waren wir am Ende mit teils wechselnder Besetzung mehr als 30 Leute: Wow! Da sagen wir nur #RausnachPommelsbrunn.
Was war noch neu? Wir wollten diesmal so nachhaltig wie möglich mobil unterwegs sein. Also die Verbindung von Outdoorsport mit dem ÖPNV. Es galt dazu einige Fragen zu klären: „Wie geht das?“, „Was müssen wir noch dazu lernen?“, „Wo bekommt man die benötigten Infos?“, „Wann fährt der Bus?“ und dann war doch einiges wie immer: Das Lagerfeuer, die prima funktionierende  arbeitsteilige Orga und der herzliche Empfang im wunderbaren NaturFreundehaus Pommelsbrunn.

Insgesamt waren 34 NaturFreund:innen im NaturFreundehaus Pommelsbrunn. Das Haus im Naturschutzgebiet “An der Wied” ist ein super Ausgangspunkt für Touren in die Frankenalb. Egal ob zu Fuß, mit dem MTB oder für Klettertouren: immer geht es durch die schöne Felsenlandschaft der Frankenalb.

Auf Tour im Nürnberger Land und der Oberpfalz

Auf „Zwei 600er Tour“ – der Ossinger und die Hohe Zant oder zum bekannten Arzberg ging es mit dem MTB. Zu Fuß war die Wandergruppe im Hirschbachtal, unterhalb des Höhenglücksteig-Klettersteiges unterwegs und natürlich zum wunderbaren Panoramapunkt „Hohler Fels“ in Happurg unterwegs. Die Kletterer:innen waren an den Südwänden der Hersbrucker Schweiz unterwegs. Samstags ging es an die Etzelwanger Wand und Sonntags waren sie bei der „Lug ins Land“ bei traumhaftem Sonnenschein.
Auf besondere Naturexpeditionen im nahen und zum Teil auch weiteren Umfeld des NaturFreundehauses ging es mit der Familiengruppe.

Nachhaltig Mobil

Mit dem ÖPNV hin, zurück und zu den Ausgangspunkten der Outdooraktivitäten, das ist die Idee des klimafreundlichen Outdoor-Wochenendes. Einerseits demonstrieren wir für eine bessere Klimapolitik und nachhaltige Mobilität, andererseits setzen wir dies auch praktisch um. Vor allem in Zeiten von #vanlive #zeitperformance #flexibilität #spontanität und #dienstwagenprivileg für viele Bergsportler:innen eine recht hohe Herausforderung – aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Das NaturFreundehaus hat dafür eine gute Lage. Die S-Bahn in 900 m Reichweite, die Regionalbahn und der Bus in knapp 2 km Entfernung waren doch machbare Distanzen. Die meisten Teilnehmer:innen kamen mit der S-Bahn und erkannten auch direkt einen Vorteil: Der Treffpunkt ist der Zug, nicht ein Ort wo ich irgendwie hin muss. Dazu ist die S-Bahn ein super Ort zum Abhängen, sich auszutauschen, zur Tourenplanung oder für die ersten Kletterübungen an den Haltestangen der Bahn. Die Fahrt vorbei an Hersbruck ist ein wahres Landschaftskino.
Uns wie war es dann „auf Tour“? Es waren Streckenwanderungen möglich und der Radius der Touren vergrößerte sich enorm. Die Wandergruppe machte gute Erfahrungen mit dem Pegnitztal-Express, welcher samstags als Rufbus fährt. Das ist ein Linienbus, welcher aber vorab angefordert werden muss. Mit dem Regionalexpress und S-Bahn ging es an die Etzlwanger Wand. Diese ist nahe dem Bahnhof gelegen mit einer Stündlichen Taktung, eine Runde Sache. Auch die MTB-Gruppe nutzte die Regional- und S-Bahn als Shuttel nach Neuhaus und Henfenfeld. Nur sonntags tat sich die Klettergruppe schwer, einen südseitig ausgerichtete Wand mit passabler ÖPNV-Anbindung zu finden, welche auch noch kinder- und anfängerfreundlich war – was aber ja mit dem PKW unter den Gesichtspunkten auch nicht nicht unbedingt das leichteste Unterfangen ist. Mit den ÖPNV zum Fels geht, es erfordert etwas umdenken von uns und bereitschaft uns darauf einzulassen. Klar es ist nicht immer schneller als mit dem Auto und die Auswahl geringer, aber wir haben schöne Felsen erreicht, an dennen wir noch nie waren und wahrscheinlich ohne ÖPNV nie angefahren hätten. Das Fazit für die Kletterer:innen war auf alle Fälle: Positiv, es ist möglich ohne individualverkehr zum Kletter zu hin- und zurück zu kommen. Ein Fahrrad in Kombination zum ÖPNV erhöht den Radius und die An- und Abfahrtszeiten deutlich.
Insgesamt klappte die ÖPNV-Nutzung in vielen Punkten bereits sehr gut. Der ein oder die andere Naturfreund:in braucht dazu vielleicht noch ein wenig ÖPNV-Routine und ja, es gibt Ziele die gut mit dem ÖPNV und solche die gut mit dem Auto erreichbar sind.

So war dieses Pilotprojekt mit Unterstützung des VGN ein guter Einstieg in ein nachhaltiges Outdoorerlebnis. Gerade die Integration der ÖPNV Kosten in den TN Beitrag, das Nutzten der ÖPNV Vorteile für die Toure und die integration in das gesamte Reiseerlebniss sind da sehr gute Ansätze.

Lebensmittel retten und solidarisch unterwegs sein

Foodsharing-Dinner und solidarisch unterwegs ist uns wichtig. Wir haben eine riesige Menge an Lebensmittel “gerettet” und an beiden Tagen als Grundlage für unsere Foodsharing-Dinner genutzt. Dazu gab es noch leckere Bratwürste vom Metzger aus der Region. Lecker wars und DANKE an alle Köchinnen und Köche für das gute Zubereiten! Solidarisch unterwegs sein heißt dann, den Natursport gemeinsam erleben und die anfallenden Tätigkeiten (Fegen, Aufräumen, Tisch decken, Spühlen, Guiden, Planung usw.) einfach machen. Die gesamte Organisation wurde arbeitsteilig und gemeinsam erledigt, was super funktioniert hat! DANKE auch an dieser Stelle nochmals an alle!

Solidarisches Preismodell

Das zahlen was geht und weg von Leistung für Geld – beim Soli-Preismodell wird ein Preisrahmen gesetzt. Wer mehr Geld hat, legt mehr in den Topf. Wer wenig hat, halt weniger. Ohne Prüfung, ohne Anmerkungen.

Das klappte hervorragend und so hängt es nicht am persönlichen, monetären Reichtum ob jemand mitkommen kann. Dadurch konnten wir vielen Leuten die Teilnahme ermöglichen und am Ende sogar eine kräftige “Spende” an die Ortsgruppe übergeben. 

Fazit:

Arbeitsteilig, solidarisch und klimafreundlich unterwegs sein – es funktioniert! Dazu macht es auch noch Spaß und ermöglicht mehr Weitblick. Das Essen war lecker, die Touren waren richtig gut und wir hatten ein super Wochenende mit viel Spaß! Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

Berg frei!
Benni, Simon und Uli

Ins Allgäu zum Wandern

Meistens wandern wir ja in der Fränkischen. Die Höhenmeter halten sich dann in Grenzen. Doch dieses Mal, am 25.9., sollte es in die (Vor-)Alpen gehen: Zum Immenstädter Horn (1489m). Der Hausberg von Immenstadt ist nicht wirklich schwierig zu erklimmen, nur steil. Doch der Weg ist herrlich: nicht umsonst gehört die Gegend ja zum „Naturpark Nagelfluh“. Wir waren zu viert, unser „Navi“ Wolfgang erklärte auch, was „Nagelfluh“ ist (eine Gesteinsart, die aussieht wie verbackene Flusskiesel, siehe Bild). Immer wieder Ausblicke auf die beiden Alpseen – dorthin ging es dann nachmittags. Das ist ein Riesen-Freizeitgelände, mit Hochseilgarten und Naturparkzentrum.

Doch zunächst teilten wir uns mit vielen fröhlichen Menschen das Gipfelplateau und genossen den wunderbaren Tag. Der Abstieg führte dann über Almen – im Allgäu „Alpen“ genannt. Und natürlich kehrten wir in einer besonders netten ein. Auf der Rückfahrt waren wir uns einig: das müssen wir wiederholen! Vielleicht im Frühjahr? Von Nürnberg aus fährt die Bahn ja direkt nach Immenstadt, in knapp zweieinhalb Stunden, zurück ebenso.

Nagelfluh
Nagelfluh

Aufruf zur Teilnahme an der Mahnwache für Banu

Liebe NaturFreunde*Innen,

wie ihr in letzter Zeit vermutlich schon aus der Presse entnommen habt, soll die in Nürnberg lebende und praktizierende Ärztin und Kommunistin Dr. Banu Büyükavci in die Türkei abgeschoben werden. Sie war bereits über drei Jahre in Untersuchungshaft deswegen.

„Die Anklage lautete auf Mitgliedschaft in der TKP/ML (Kommunistische Partei der Türkei/Marxistisch-Leninistisch) bzw. die Bildung des Auslandskomitees der Partei. Die TKP/ML ist allerdings nur in der Türkei verboten, nicht aber in Deutschland. Einzig aufgrund der 2002 vom Bundesjustizministerium erteilten Verfolgungsermächtigung nach den Terroranschlägen 2001 auf die USA konnte der Prozess nach dem sogenannten Terrorismusparagraphen 129a/b eröffnet werden. Banu Büyükavci wurde und wird also keine konkrete strafbare Handlung vorgeworfen; allein ihre politische Gesinnung reichte offenbar aus, um sich in Deutschland als Beschuldigte in einem der größten „Terrorprozesse” – wie in den Medien zu lesen war – wiederzufinden.“ (Quelle: https://www.verdi.de/themen/recht-datenschutz/++co++92b9adf8-4521-11eb-a5de-001a4a160129)

Die Gewerkschaft ver.di organisiert jeden Mittwoch um 17:00 Uhr vor der Straße der Menschenrechte auf dem Kornmarkt eine Mahnwache. Viele Organisationen und Privatpersonen unterstützen diese. Als NaturFreunde begrüßen wir den Protest gegen die Abschiebung und fänden es angemessen, wenn wir dort zahlreich vertreten wären.
Bitte nehmt möglichst zahlreich teil – auch in diesen, für viele schwierige Zeiten.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage und zu dem bereits stattgefundenen Prozess findet ihr auch unter diesem interessanten Artikel von ver.di https://www.verdi.de/themen/recht-datenschutz/++co++92b9adf8-4521-11eb-a5de-001a4a160129 und in den sozialen Medien:

Instagram https://www.instagram.com/wirsindverdi/
Facebook https://www.facebook.com/verdi

Berg frei
Eure Vorstände
Barbara, Jakob, Philipp und Franz

Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Wer war dabei: Es war eine gemeinsame Fahrt der Naturfreunde Nürnberg-Mitte, des Verbands der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und dem Bunten Tisch Gartenstadt (BTG), eine Initiative, die sich aufgrund rechter Provokationen in der Gartenstadt gründete.

Als wir mit dem Bus ankamen, war der Motorradclub „Kuhle Wampe“ mit 10 Mann und Frau schon auf uns wartend vertreten. Durch den Streik des Scheibenwischers hatte unser Bus etwas Verspätung. Alle Achtung vor den Bikern, es war kalt und es regnete. Etliche der Angemeldeten hatten sich auch krank gemeldet. Aber mit jetzt insgesamt 35 Teilnehmern waren wir doch eine ansehnliche Gruppe im „bayerischen Sibirien“.

Zum KZ Flossenbürg haben wir Nürnberger Naturfreunde einen konkreten Bezug durch die Gebrüder Lodes, Naturfreunde, die  von den Nazis vor Gericht gestellt wurden und Fritz Lodes in Flossenbürg auch sein Leben ließ.

Was war damals geschehen?

Rudolf und Fritz Lodes  ließen es sich mit ihrer Wandergruppe „Falkenhorst“ nicht nehmen, nach dem Verbot und Enteignung der Naturfreunde 1933 weiterhin als Naturfreundegruppe zu wandern. Dass sie das mit ihrer bisherigen Wanderkluft taten, das Naturfreundeabzeichen mit den verschlungenen Händen trugen und sich weiterhin mit dem Naturfreundegruß „Berg frei!“ begrüßten, hatte verheerende Folgen. Wie so oft, durch einen Denunzianten verraten, griff die Polizei zu. Am 26. August 1936 wurden die 5  jungen Männer im Alter von 19 und 23 Jahren abgeholt und vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth der Prozess gemacht. Der Vorwurf: „Verbrechen gegen das Gesetz über das Verbot der Neubildung politischer Parteien“. Durch das Tragen ihrer Wanderkleidung verstießen sie gegen das Uniformverbot und weil sie politische Witze weitererzählten, verstießen sie gegen das Gesetz der „Heimtücke“.

Trotz dieser vielen ungünstigen Voraussetzungen fielen die Strafen verhältnismäßig glimpflich aus: Drei Jahre Gefängnis für Rudolf Lodes, je zwei für die übrigen 4 Angeklagten der Gruppe.

Zwar galten die zweijährigen Strafen als durch die Untersuchungshaft verbüßt, aber statt Entlassung folgte die sogenannte „Umerziehung“ in Dachau, Sachsenhausen und Flossenbürg. In Flossenbürg verstarb Fritz Lodes am 13. Januar 1940 im Alter von 23 ½ Jahren an am Standartgrund „Herzschlag“. Eingeäschert wurden seine sterblichen Überreste im Krematorium in Selb, da man im Lager in Flossenbürg „technisch“ noch nicht so weit war.

Rudolf wurde im Januar 1942 aus Sachsenhausen entlassen, weil er sich beim Bergen von Bombenblindgängern besonders bewährt hatte. Nach einigen Monaten trügerischer Ruhe wurde er jedoch zum berüchtigten Strafbataillon 999 eingezogen und starb im März 1944 in Russland den “Heldentod für Führer, Volk und Reich, im Glauben an eine siegreiche Heimkehr“, wie die zynische Formel damals lautete.

Heute gibt es auch eine „Gebrüder-Lodes-Straße“ in einem Neubaugebiet im Nürnberger Ortsteil Eibach , was darauf hinweist, dass man sich sehr spät an die Gebrüder Lodes erinnert hat oder erinnern wollte.

Soweit zu unserer Geschichte.

In 5 Gruppen aufgeteilt wurden wir in zwei Stunden kompetent durch das Gelände geführt.

Anders als Dachau war das KZ Flossenbürg von Anfang an als ein Konzentrationslager zur Ausbeutung von Zwangsarbeitern für die wirtschaftlichen Interessen der SS geplant.

Im Herbst 1944 befanden sich 8000 Häftlinge im überfüllten Lager, unübersehbar für Bevölkerung!

Ging es anfangs um die Produktion von Granit für die größenwahnsinnigen Bauten der Nazis, auch für das Reichstagsgebäude in Nürnberg, wurde Flossenbürg später zum Zentrum eines weit verzweigten Lagersystems mit vielen Außenlagern. Über 5000 Häftlinge arbeiteten für Messerschmitt  bei der Produktion des Kriegsflugzeuges Messerschmitt Bf 109.

Ende 1940 nahm das Krematorium Flossenbürg den Betrieb auf. Ab Ende 1944 reichte die Kapazität des Ofens nicht mehr aus, sodass die Toten im Freien verbrannt wurden. Arbeitsunfähige wurden schlichtweg „entsorgt“. Den Geruch verbrannter Leichen breitete sich weit über das Lager hinaus aus.

Ende 1944: Für die Kriegsproduktion wurde in mehr als 100 Außenlagern von Flossenbürg gearbeitet In Nürnberg waren die Lager auf dem Reichsparteitagsgelände, in Langwasser und am Südfriedhof.

Vor den Augen der Bevölkerung mussten die Männer und Frauen im Kabelwerk Neumeyer, bei MAN und Siemens, bei Diehl und in vielen kleinen Betrieben schuften, oft bis zum Tode.

In Nürnberg und Umgebung (Langenzenn) arbeiteten zwischen 1939 und 1945 mindestens 118.000 „Arbeitssklaven“ aus 54 Ländern. Nach Schätzungen kamen ca. 5.900 ums Leben,

Helen Klein – eine von ca. 550 ungarische Jüdinnen des KZ-Außenlagers der Siemens-Schuckertwerke kam auf ungeklärter Weise im Lager ums Leben. Sie war zunächst am Nürnberger Westfriedhof beigesetzt. Seit 1960 befindet sich das namentlich gekennzeichnete Grab im Ehrenfriedhof der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. An ihrem Grabstein legten wir (BTG) zu ihrem Gedenken und stellvertretend zur Erinnerung aller ermordeten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter einen Blumenstrauß nieder.

Wir gedachten allen Opfern des Faschismus durch die gemeinsame Niederlegung eines Kranzes durch Naturfreunde, VVN-BdA und BTG.

Im  April 1945, kurz vor Kriegsende wurde Flossenbürg in mehreren Todesmärschen evakuiert, am  23. April 1945 wurde das KZ Flossenbürg durch die US-Armee befreit.

Viele KZ-Insassen starben noch nach der Befreiung. Sie mussten in der Ortsmitte von Flossenbürg begraben werden, damit sie nicht vergessen werden können!

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Gegen das Vergessen!

Ausflug nach Soos/ Tschechien 16.2.2020

Blubb blubblubb! Die Mofetten im Naturschutzgebiet sprudeln vor sich hin und spucken CO2 und manchmal auch H2S aus. Dieter erklärt uns dieses vulkanische Phänomen, wir kosten das Heilwasser (schmeckt scheußlich). Hier kann man eine Mofette sprudeln sehen!

Nach dem Rundweg durch die Moorlandschaft – immer auf Bohlen über dem Schlanmm – tafeln wir dann auf Burg Wildstein ( Hrad Vildstejn ) Wildschwein, Hirsch und Forelle. So lässt es sich leben! Danke, Dieter für die tolle Exkursion!

Saisonstart 2020 mit der traditionellen Dreikönigswanderung

Das gute Management von Franz hat dafür gesorgt, dass uns an diesem Tag die Sonne begleitete! Wäre hätte das nach den tristen vorhergehenden Tagen gedacht. Ca. 40 Naturfreunde, Freunde und Bekannte trafen sich im Landgasthof Jägerheim in Pruihausen bei Königstein, um sich vor der Wanderung erstmal die nötige konditionelle Grundlage durch Rehbraten oder Käsespätzle zu verschaffen. Die mit den „Öffentlichen“ etwas später Angereisten mussten etwas schneller essen, aber um 13.00 Uhr waren alle startklar für die 7 km lange Rundwanderung. Drei Generationen von einem Jahr bis 70+ , den Hund nicht zu vergessen, machten sich mehr oder weniger geordnet auf den Weg. Nach 4 Kilometern durch Wald, offenem Gelände, einem steileren Anstieg durch Felsen hindurch erreichten wir schließlich Breitenstein mit seiner sehenswerten „zweistöckigen“Kapelle: Oben konnte der Adel unter sich bleiben, unten konnte das gemeine Volk in einem schmucklosen Raum die (latainische) Predigt über einen Durchbruch mithören. Noch sensationeller als die Kapelle war allerdings der vorbereitete openair Glühweinausschank. Auch für Tee und Kaffee war gesorgt und „Willi“ durfte auch nicht fehlen. Kurz nach 16.00 Uhr erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt und etliche ließen sich noch den von der Wirtin gebackenen Kuchen im Jägerheim schmecken. Es war ein schöner Tag mit einer herrlichen Wanderung!

Herzlichen Dank an Renate, Franz und Hans, die an der Vorbereitung beteiligt waren!

Berg frei!

Manfred

Sonntagswanderung im Fürther Stadtwald

Am 15. September machten sich ca. ein Dutzend Naturfreunde auf den Weg, die nahe gelegenen Steinbrüche im Fürther Stadtwald zu erkunden. Die Wanderung begann an der Stadtförsterei bei Oberführberg und verlief zunächst über abwechslungsreiche Pfade an alten Sandsteinbrüchen entlang, die hauptsächlich bis zum Mittelalter und auch danach bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurden, um für viele Bauwerke den begehrten Burgsandstein zu liefern. An vielen Sandsteinfelsen war noch gut die mühsame Handarbeit in Form der Meißelspuren zu erkennen und die Reste einer alten Schmiede belegten, dass die Werkzeuge dafür gleich an Ort und Stelle hergestellt und repariert wurden. Abseits der Pfade gab es richtigen Urwald zu sehen, denn einige Gebiete werden heute kaum noch betreten und somit nicht genutzt. Vom Ort er Entstehung der Baustoffe ging der Weg weiter zu einem Ort der Entsorgung. Die Fürther Erd- und Bauschuttdeponie Burgfarrnbach ist mittlerweile zum Teil begrünt und mit Büschen bewachsen und ließ einen Berg entstehen, wo vorher keiner war. Ein Wildgehege macht diesen Ort auch für Ausflügler mit Kindern interessant und sicherlich kann man im Winter hier gut rodeln. Wenn auch nicht natürlich entstanden, bot der Berg allerdings einen tollen Fernblick zu den vorstädtischen Dörfern und bis nach Fürth hinein. Vermutlich waren es Arbeiter der Deponie, die uns ein paar Gartenstühle spendiert hatten, so dass wir eine kleine Pause mit bestem Ausblick einlegen konnten. Der Hunger und der Durst führten und uns jedoch zielstrebig zu unserem letzten Ziel, dem „Grüner Felsenkeller“, bei dem es dann auch Bier und Brotzeit im Schatten der alten Bäume gab. In der Nähe gibt es auch einen ehemaligen Untertageabbau für Sandstein, der allerdings nicht mehr betreten werden kann. Nach der Rückkehr am Parkplatz hatten wir nun auch etliche Höhenmeter hinter uns, was man beim Namen „Fürther Stadtwald“ nicht unbedingt erwarten würde, denn wer denkt da schon ein kleines Mittelgebirge!

Brigitte und Klaus

Blitzlichter vom Sommerfest

Der befürchtete Regen blieb aus, so konnten wir das Fest bei angenehmen Temperaturen genießen. Nicht nur, dass Leckeres geprutzelt wurde, das Fest ist natürlich auch eine willkommene Gelegenheit, sich mit Freunden auszutauschen – oder auch um Naturfreunde kennen zu lernen. Um 22 Uhr musste Birgitta das Fest regelrecht abbrechen , zumindest offiziell, um noch das gemeinsame Aufräumen abzusichern. Etliche Nachtschwärmer machten aber noch im Dunkeln weiter! Eine neue Bereicherung war die musikalische Unterhaltung von Jonny mit Freunden, was hoffentlich in die Tradition unseres Sommerfestes eingeht!

Vielen Dank an die Band und allen Helfern, die für das Gelingen sorgten, ob als Organisator, „Grillmeister“, Salatproduzenten oder durch körperlichen Einsatz!